«David gegen Goliath»: FC-Thun-Präsident Andres Gerber zu Gast an der Frühjahrs-Delegiertenversammlung

Die Frühjahrs-Delegiertenversammlung vom 22. April 2026 in Münchenbuchsee stand im Zeichen von Fussball und Erfolg: Andres Gerber, Präsident des FC Thun, sprach vor den 235 Delegierten und Gästen des grössten Wirtschaftsverbands des Kantons Bern über Kontinuität und Sport-Unternehmertum – kurz vor dem möglichen ersten Meistertitel der Klubgeschichte.

Vor fünf Jahren stieg der FC Thun ab. Heute steht der Klub kurz vor dem ersten Meistertitel der Klubgeschichte. Andres Gerber hat beides erlebt, als Präsident, als Mitverantwortlicher, als Teil eines Klubs, dem er seit 23 Jahren angehört.

Im Talk mit Oliver Steiner, Leiter Kommunikation von Berner KMU, sprach er über das, was hinter diesem Weg steckt. «Es ist reizvoll, als David gegen Goliath anzutreten», sagte Gerber.

Vom Abstieg zum möglichen Meistertitel

Was den FC Thun auszeichnet, war in schwierigen Zeiten sein grösster Kritikpunkt. Kontinuität. Dieselben Menschen, dieselbe Philosophie, dieselbe Struktur. Im Abstieg wurde das als Schwäche ausgelegt. Heute wird es hochgelobt. Gerber liess durchblicken, dass er von dieser Bewertung von aussen wenig hält. Am Schluss müsse man seinen eigenen Weg gehen.

DSC_9656

Andres Gerber, Präsident des FC Thun im Sporttalk mit Oliver Steiner, Leiter Kommunikation von Berner KMU.

Das Führungsteam verkörpert diese Haltung. Gerber und Sportchef Albrecht arbeiten seit 15 Jahren zusammen. Kaufmännisches Denken trifft fussballerisches Know-how. Im aktuellen Führungsteam summiert sich die FC-Thun-Erfahrung auf 115 Jahre. Der Klub ist strukturell defizitär wie fast alle Schweizer Profiklubs. Der sportliche Erfolg hat die Finanzplanung gesprengt, Prämien waren nicht budgetiert. Und trotzdem steht Thun heute dort, wo es steht.

Ausbildung vor Abgang

Gerber sprach auch über den Nachwuchs. Der Weg zum Fussballprofi setzt harte Arbeit und Durchhaltevermögen voraus. Die Chance, es tatsächlich zu schaffen, bleibt trotzdem gering. Der FC Thun trägt dem Rechnung und unterstützt seine Junioren aktiv bei ihrer Ausbildung, ob Berufslehre oder Mittelschule. Wer den Sprung nicht schafft, soll trotzdem eine solide Grundlage haben.

Drei neue Mitglieder in den Leitenden Ausschuss gewählt

Berner KMU wählte drei neue Mitglieder in den Leitenden Ausschuss:

  • Manuela Blum, Geschäftsinhaberin Gürbetaler Storenbau GmbH (Belp), Vertreterin des Landesteils Mittelland-Süd
  • Marc Luginbühl, Geschäftsleiter TRANSEX BERN AG (Münchenbuchsee), Vertreter der Berufsgruppe Verkehr
  • Tatjana Rothenbühler, Direktorin GastroBern (Bern), Vertreterin der Berufsgruppe Gastgewerbe
DSC_9733

Marc Luginbühl, Tatjana Rothenbühler, Präsident Ernst Kühni, Manuela Blum und Direktor Lars Guggisberg (v.l.n.r.) – die drei neu gewählten Mitglieder des Leitenden Ausschusses von Berner KMU mit Präsident Ernst Kühni und Direktor Lars Guggisberg.

Alle drei wurden einstimmig gewählt. Mit Tatjana Rothenbühler nimmt GastroBern nach einigen Jahren wieder Einsitz im Leitenden Ausschuss. Verabschiedet wurden Daniel Kiener, Patrick Demierre, Grossrat Simon Ryser und Christian Lehmann. Präsident Ernst Kühni bedankte sich bei den Anwesenden für ihren Einsatz für das Berner Gewerbe.

Verband, Kampagnen und Gastgeber

Direktor Lars Guggisberg informierte die Delegierten über die laufenden Verbandsschwerpunkte. Die Kampagnen «Tschüss Bürokratie – Hallo KMU!» und «Fair ist anders!» laufen weiter. Der Berufsbildungsanlass «Rendez-vous Job» bleibt ein zentrales Projekt. Für die Herbst-DV 2026 plant der Verband eine Statutenänderung. Urs Furrer, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv, würdigte als nationaler Gast die enge Zusammenarbeit zwischen den lokalen, kantonalen und nationalen Gewerbeorganisationen. Gemeindepräsident Manfred Waibel und Riccardo Gregorio, Präsident des Gewerbevereins KMU Münchenbuchsee, hiessen die Delegierten willkommen. Der Gewerbeverein zählt rund 150 aktive Mitglieder und steht für kurze Wege und engagierte Betriebe.