Eine Metzgerin, eine Ultratriathletin, eine Unternehmerpolitikerin und eine Netzwerkgründerin. Am 21. April 2026 feierten die KMU Frauen Bern ihr 25-jähriges Bestehen in Belp. Vier Frauen, vier Generationen, vier Wege – und ein gemeinsames Bild davon, was Unternehmerinnentum bedeutet.
Am 21. April 2026 erlebten über 120 Unternehmerinnen im Aaresaal des Restaurants Kreuz in Belp einen Abend unter dem Motto «Jeder Weg ist einzigartig – Vielfalt macht die KMU Frauen stark.»
Ein Netzwerk, das liefert
Präsidentin Ursula Jakob begrüsste die Gäste und erinnerte daran, dass dieses Netzwerk täglichen Einsatz, gegenseitige Unterstützung und die Bereitschaft zur Verantwortung braucht. 2001 gründeten fünf Bernerinnen aus dem Gewerbe ein Netzwerk. Ihr Leitmotiv lautete «anerkennen, integrieren, vernetzen». Der erste Anlass zählte rund 200 Unternehmerinnen. Franziska Landolf übernahm als erste Präsidentin die Leitung. Zum Jubiläum waren alle Präsidentinnen der letzten 25 Jahre anwesend.
Lars Guggisberg, Direktor des Gewerbeverbands Berner KMU, richtete ein Grusswort aus. Die Rolle der Frauen in der Wirtschaft stärke man nicht mit Quoten oder Gendersternchen, sondern durch Verantwortung und politisches Engagement. Genau das hätten die KMU Frauen Bern getan. «Liefere statt lafere.»
Vier Stimmen auf dem Sofa
Nina Zosso, ehemalige Leiterin Kommunikation bei Berner KMU und heute CEO von Impact2go, moderierte das Sofagespräch und arbeitete die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der vier Teilnehmerinnen heraus.
Annemarie Schär, Ehrenmitglied des Gewerbeverbands Berner KMU und ehemalige Präsidentin der KMU Frauen Bern, erinnerte sich an den ersten Anlass. Sie organisierte ihn und hoffte, dass die Frauen kommen würden. Sie kamen. Das Ziel war von Anfang an klar: ein Netzwerk mit Mehrwert, kein Kaffeekränzchen. Heute ist sie im Ruhestand.
Ariane Aeschlimann aus Uettligen bei Bern hat nach einer Kochlehre eine zweite Ausbildung als Fleischfachfrau absolviert und 2023 an den EuroSkills in Danzig Gold in der Kategorie Butchery gewonnen. Heute unterstützt sie den Nachwuchs an den SwissSkills, absolviert parallel die Meisterprüfung und bereitet sich auf die Übernahme des elterlichen Betriebs vor.
Eva Hürlimann führt das Gästehaus Evas Seeblick in Krattigen, hält Motivationsvorträge und ist Mutter von drei Kindern. Nebenbei hält sie Weltrekorde im Ultratriathlon. Wer gelernt hat, dass der Kopf über körperliche Grenzen entscheidet, überträgt das auf den Betrieb. Krisen sind für sie kein Rückschlag, sondern Motivation.
Sandra Hess ist seit 2018 Grossrätin, Vizepräsidentin des Gewerbeverbands Berner KMU und Parteipräsidentin der FDP.Die Liberalen Kanton Bern. Zuvor führte sie gemeinsam mit ihrem Mann über dreissig Jahre einen Familienbetrieb. Wer Mitarbeitende führt, sieht den Menschen hinter der Arbeit. Dieser Einsatz lohnt sich.

Das Sofagespräch am Jubiläumsabend der KMU Frauen Bern (v.l.n.r.): Moderatorin Nina Zosso, Eva Hürlimann, Ariane Aeschlimann, Sandra Hess und Annemarie Schär.
Was bleibt
Am Schluss fragte Nina Zosso, was die vier Frauen dem Netzwerk für die nächsten 25 Jahre mitgeben. Annemarie Schär wünscht sich Weiterentwicklung. Sandra Hess hofft auf gute Nachfolgelösungen für die aktuelle Generation. Ariane Aeschlimann gibt Gesundheit und Mut mit. Eva Hürlimann ist überzeugt, dass die KMU Frauen mehr können, als sie denken. Vier Antworten, so verschieden wie die vier Lebenswege. Sie trafen im Saal einen gemeinsamen Nerv.
Abschluss des Abends
Den Gegenpol zum Sofagespräch setzten die Missen Impossible. Das Comedyduo Linda Carmen und Rebecca Ritz nahm sich den Herausforderungen des Lebens zwischen Familie, Betrieb und Geschlechterrollen an. Kein Klischee blieb verschont.
Nathalie Krebs, die sechs Jahre im Vorstand mitgewirkt hatte, wurde von Präsidentin Ursula Jakob verabschiedet. Beim Apéro riche nutzten die KMU Frauen den Abend für Gespräche, Austausch und Vernetzung. Genau das, wofür das Netzwerk seit 25 Jahren steht.
Der Jubiläumsabend wurde ermöglicht durch die Unterstützung von Blumen Hirter AG Belp, Möbeltrend GmbH Belp, Hof Haldemann, der Berner Kantonalbank und der emmental versicherung.





