An der Delegiertenversammlung von Berner KMU in Rapperswil BE standen Engagement und Zusammenhalt im Mittelpunkt. Neben politischen Themen und klaren Botschaften zu den kantonalen Wahlen 2026 sorgte die Verleihung des Berner KMU Awards 2025 an den Landgasthof Kemmeriboden-Bad für einen bewegenden Abschluss.
Kemmeriboden-Bad gewinnt den Berner KMU Award 2025
Applaus, Stolz und sichtbare Emotionen: Der grosse Moment des Abends gehörte Alexandra und Reto Invernizzi. Im Rahmen der Delegiertenversammlung von Berner KMU in Rapperswil wurde ihr Betrieb, das Hotel Landgasthof Kemmeriboden-Bad aus Schangnau, mit dem Berner KMU Award 2025 ausgezeichnet. Zum ersten Mal ging die begehrte Trophäe an einen Hotelbetrieb – ein Symbol für Unternehmertum, Ausdauer und regionale Verbundenheit.

Die Nominierten Gerhard Fischer (links), Stephan Hirt, Schwob AG (3. von links), und Thomas Lädrach, OLWO AG (rechts), gratulieren Reto Invernizzi vom Kemmeriboden-Bad zum Gewinn des Berner KMU Awards 2025.
Der Familienbetrieb in Schangnau wird in sechster Generation geführt. Rund 60 Mitarbeitende, darunter 15 Lernende in fünf Berufen, sorgen täglich dafür, dass ihre Gäste im Traditionshaus auf 975 Metern über Meer verwöhnt werden. Im Sommer 2022 traf eine Sturzflut der Emme den Betrieb schwer. Doch anstatt zu resignieren, packte das Team an. Mit vereinten Kräften und Unterstützung zahlreicher KMU-Betriebe aus der Region gelang der Wiederaufbau in nur einem Jahr. «Eine Stimme für den Kemmeriboden ist eine Stimme für all jene, die es möglich gemacht haben, dass wir heute wieder hier stehen dürfen», sagte Reto Invernizzi gerührt.
Das Unternehmen verbindet Tradition mit Innovation. Mit viel Liebe zum Detail, spürbar von der Réception bis zum Zimmer «Quellspycher» sowie mit Projekten wie dem eigenen Wasserkraftwerk oder der Wärmerückgewinnung, wirtschaftet das Team Kemmeriboden mit Blick auf kommende Generationen. «Wenn wir wollen, dass unsere Kinder das gleiche Schangnau erleben dürfen wie wir, sind wir gefragt», sagte Invernizzi.
Für Ernst Kühni, Präsident von Berner KMU, ist die Auszeichnung ein starkes Zeichen: «Kemmeriboden-Bad ist das Sinnbild für gelebtes Unternehmertum: sechste Generation, 15 Lernende und der Wille, auch nach einer Katastrophe wieder aufzustehen.»
Neben dem Kemmeriboden-Bad waren auch die OLWO AG aus Worb, die Schwob AG aus Burgdorf und Ehrenmitglied Gerhard Fischer aus Meiringen nominiert. Sie alle stehen für Leidenschaft, Kreativität und die Vielfalt des Berner Gewerbes. Gemeinsam zeigen sie, wie stark, innovativ und zukunftsorientiert die KMU im Kanton Bern sind.
Delegiertenversammlung in Rapperswil: Gemeinsam für starke KMU
203 Anwesende, davon 180 Stimmberechtigte, folgten der Einladung von Berner KMU nach Rapperswil BE. Präsident Ernst Kühni eröffnete die Versammlung mit einem Appell an den Zusammenhalt in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten. Er sprach über steigende Regulierung, unsichere Märkte und hohe Kosten – und erinnerte daran, dass politische Entscheide direkten Einfluss auf die unternehmerische Freiheit haben. «Unsere Wirtschaft braucht weniger Hemmnisse und mehr Vertrauen in jene, die Arbeitsplätze sichern», betonte Kühni.
Bürgerliches 5er-Ticket für die Regierungsratswahlen 2026
Vizepräsidentin Sandra Hess stellte das bürgerliche 5er-Ticket vor. Für die Wiederwahl treten die bisherigen Regierungsräte Pierre Alain Schnegg (SVP), Philippe Müller (FDP) und Astrid Bärtschi (Die Mitte) an. Neu kandidieren Daniel Bichsel, Gemeindepräsident von Zollikofen (SVP), und Raphael Lanz, Stadtpräsident von Thun (SVP), die sich den Delegierten zusammen mit Regierungsrätin Bärtschi persönlich vorstellten.

v. l.: Regierungsrätin Astrid Bärtschi (Die Mitte), Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) und Gemeindepräsident Daniel Bichsel (SVP) stellten sich den Delegierten von Berner KMU vor.
Direktor Lars Guggisberg betonte die Bedeutung einer geschlossenen bürgerlichen Zusammenarbeit: «Kippen die Mehrheitsverhältnisse, drohen mehr Regulierungen und höhere Belastungen für die Unternehmen.» Sandra Hess unterstrich die knappen Mehrheitsverhältnisse im Grossen Rat: «Es genügt, wenn eine einzige bürgerliche Stimme fehlt – dann kippt eine Vorlage.» Beide riefen dazu auf, das 5er-Ticket zu unterstützen und eine bürgerliche Mehrheit im Grossen Rat zu sichern. «Wenn wir eine starke Vertretung wollen, müssen wir selbst aktiv werden», so Guggisberg.
Mehrere Persönlichkeiten richteten ein Grusswort an die Delegierten. Gemeindepräsidentin Jolanda Streun stellte die Gemeinde Rapperswil vor, die 1241 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Markus Burri, Präsident des Gewerbevereins Schüpfen-Rapperswil, sprach über die Aktivitäten des lokalen Gewerbes. Julienne Gasser, Gruppenleiterin von Gasser Ceramic, präsentierte das Familienunternehmen, das Tondachziegel, Backsteine und das Photovoltaik-System Panotron herstellt. Vor der Versammlung hatten die Teilnehmenden das Werk in Rapperswil besichtigt.
Beim anschliessenden Abendessen, organisiert vom Gewerbeverein Schüpfen-Rapperswil, nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum Austausch und zur Netzwerkpflege. Die Frühjahrs-Delegiertenversammlung von Berner KMU findet am 22. April 2026 in Münchenbuchsee statt.
Impressionen der Herbst-Delegiertenversammlung vom 16. Oktober 2025 in Rapperswil




