Minimalismus – weniger ist mehr!

Warum horten wir Dinge und haben Mühe, uns von Sachen zu trennen? Wie räumen wir richtig und gleichzeitig nachhaltig auf? Hilfreiche Antworten auf diese Fragen und praktische Aufräumtipps erhielten die über 100 KMU Frauen Bern am Frühlingsanlass vom 29. April 2025 im BEKB-Betriebsgebäude in Liebefeld bei Bern.

Referent und Aufräumcoach Selim Tolga stellte gleich zu Beginn klar, dass es nicht um einen extremen Lebensstil, sondern um ein Prinzip geht. «Minimalismus ist lediglich ein Werkzeug. Es geht darum, vorgängig einen eigenen Filter zu definieren, wie beispielsweise für die Leichtigkeit, die Ruhe etc. Dieser Filter soll dazu dienen, dass wir nicht durch Verzicht, sondern durch bewusste Wahl das Richtige behalten. So können wir unseren Alltag vereinfachen und verbessern.»

Anhand der zwölf Buchstaben, welche der Begriff MINIMALISMUS umfasst, skizzierte Selim Tolga die wichtigsten Fragen und Regeln anschaulich an Beispielen:

M wie Mindset

Was ist für mich der ideale Zustand? Was würde mir Ruhe und Zufriedenheit schenken? Durch das Festlegen der eigenen Werte entsteht der sogenannte «Minimalismusfilter», der uns vor unnötigem Ballast schützt.

I wie Individualität

Ein durchschnittlicher Europäer besitzt etwa 10’000 Dinge. Doch nur ein kleiner Teil davon wird täglich genutzt. Die richtige Balance zwischen Besitz und Nutzung ist daher besonders wichtig.

N wie Neuanfang

Was würde ich mitnehmen, wenn es brennt? Und was packe ich in meinen Koffer für eine Reise?

I wie Ist-Zustand

Alles was gebraucht und geliebt wird, behalten wir und entsorgen es nicht.

M wie Minimalisieren

Nur 20 % aller Dinge, die wir besitzen, sind regelmässig in Gebrauch. Gemäss dem Pareto-Prinzip können 80 % der Wirkung durch 20 % der Ursachen erzielt werden. Ein kleiner Teil der Anstrengungen führt zu einem grossen Teil des Erfolgs.

A wie Aufräumen

Aufräumen bedeutet, Dinge zurückzulegen, und es sollte an den jeweiligen Typ angepasst werden. Es gibt zwei Typen: Linkshirner, die beispielsweise in Mathematik und analytischen Aufgaben stark sind, nennt man Filer. Sie ordnen Dinge nach Kategorien. Rechtshirner, die oft in Sprachen und Musik begabt sind, nennt man Piler. Sie sortieren nach Zweck.

L wie Limitierung

Der Mensch organisiert sein Leben selbstständig, indem er den verfügbaren Raum und die verfügbare Zeit nutzt. Je mehr Platz zur Verfügung steht, desto eher neigt man dazu, Dinge zu sammeln und aufzubewahren.

I wie Inhaltslosigkeit

Es kann hilfreich sein, Freude am Element der Leere zu entwickeln (Amor Vacui). Ein Anteil von etwa 30 % Leere im Kleiderschrank wäre sinnvoll, um Platz für Neues zu schaffen und eine angenehme Übersicht zu bewahren.

S wie Simplifizierung

KISS-Prinzip: Keep it simple and stupid!

M wie Meistern

Es ist sinnvoll, zunächst mit Büchern und Kleidung zu beginnen, um die «Loslassmuskeln» zu trainieren und erst danach die emotionalen Gegenstände anzugehen. In der Regel braucht der Mensch etwa drei Wochen, um sich an Veränderungen zu gewöhnen.

U wie Unordnung

Alles was mit «un» (unnötig, ungebraucht, ungeliebt, unbequem) beginnt, kann entsorgt werden. Unentschiedenes schafft die grösste Unordnung!

S wie Streifzug

Der Prozess ist kontinuierlich und nie vollständig abgeschlossen. Es ist wichtig, stets den eigenen Filter im Hinterkopf zu behalten.

Alle weiteren Informationen finden Sie auf der Webseite und in der Präsentation.

 

Die KMU Frauen Bern werden unterstützt durch:

 

Impressionen des Frühlingsanlasses der KMU Frauen Bern vom 29. April 2025